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Medellín

Durch die Verschwendung meiner Zeit in Bogotá blieben mir jetzt nur noch 2 Tage in Medellin, da zwei Kumpels von mir aus Deutschland am Montag in Bogotá eintreffen.

Am Samstag bin ich dann direkt mit der Gondel auf den Berg gefahren, um einen Überblick über die Stadt zu bekommen.

Das mit den Gondeln scheint echt ein Trend bei der Stadtentwicklung zu sein! Medellin ist die zweite Stadt, in der ich das jetzt schon gesehen habe. Zusätzlich zu den normalen Transportgondeln gibt es auch eine Touristengondel, die, wie ich jedoch finde, ein totaler Reinfall war! Das Ziel der Gondel war ein Wald in Stadtnähe. Man konnte nur ein wenig herumlaufen. Das fand ich ja mal öde!

Also gleich wieder mit der Gondel runter und auf ging es zurück zum Hostel, denn ich hatte ein ziemliches Schlaf- und Essensdefizit!

Am Sonntag haben wir uns auf den Weg ins Zentrum der Stadt gemacht! Und, wie es sich gehört, auch gleichmal den Gottesdienst besucht. Er findet hier zur optimalen Uhrzeit statt, 12:30 Uhr!

Auf dem Weg von der Kathedrale zu der nächsten Sehenswürdigkeit sind wir in ein echt komisches Gebiet gelangt! Also umgedreht und einen Umweg um dieses Gebiet gemacht! Als wir am Plaza Botero angekommen sind, staunten wir nicht schlecht! Welch außergewöhnliche Figuren!


Letztendlich ging es noch einmal mit der Gondel auf den Berg, da das Wetter viel besser war, als am Tag zuvor! Beim Betreten der Gondel ist auf einmal die Idee entstanden, zum Fußballspiel zu gehen! Gesagt, getan! Es ging direkt ab zum Stadion! Offizieller Kartenverkauf scheint es in Medellín wohl nicht zu geben, daher haben wir die Polizei zu Hilfe geholt, um uns vor falschen Karten zu schützen! Nach einer Sicherheitskontrolle waren wir im Stadion und das Spiel konnte beginnen! Es begann gleich spektakulär mit 2 Toren in den ersten paar Minuten für die Heimmannschaft! Die Stimmung war unglaublich.

Da ich von meinen Kumpels, die am nächsten Tag nach Bogotá kommen sollten, erfahren habe, dass sie erst spät in der Nacht in Bogotá ankommen würden, habe ich kurzfristig entschlossen, eine Nacht länger in Medellín zu bleiben und dann in der Nacht von Montag auf Dienstag zurück nach Bogotá zu fahren.

Der Montag stand ganz im Thema :“ Pablo Escobar“, der Mann, der die Stadt Medellín und 80% des Kokainhandels kontrollierte!
Die Tour beinhaltete ein Besuch des Grabs:

Der Besuch eines seiner Häuser in denen er gewohnt hat:

Und: Natürlich einen Überblick über die Geschichte und den Lebenslauf.

Als wir das Haus besichtigt haben, war sogar Pablo Escobars Bruder Roberto anwesend.
Letztendlich ging ich mit gemischten Gefühlen aus dieser Tour heraus und war wirklich am Zweifeln, ob dies eine gute Entscheidung war! Die Hintergründe zu erfahren war echt interessant, aber der touristische Teil, wo alle Bilder mit Roberto gemacht haben und er dasteht wie ein Star, das fand ich ein wenig bedenklich und nicht korrekt!

Am Abend ging es dann mit dem Bus wieder zurück nach Bogota!!

Die Polizei in Bogota

Nach der Rückkehr in Bogotá gab es nur ein Ziel: Meinen Rucksack, der aufgrund von Zeitdruck bei der Polizei bleiben musste, wieder zurückzubekommen!
Für die Aushändigung des Rucksacks mußten einige Papiere ausgefüllt werden, was jedoch aufgrund des anstehenden Fluges am 12. Februar nicht möglich war. Mein größtes Problem war jedoch, dass ich weder Papiere zu dem Fall hatte, noch eine Ahnung, in welchem Polizeirevier mein Rucksack untergebracht sein konnte. Deshalb machte ich mich zu erst auf den Weg zu dem Polizeirevier, das meine Aussage aufgenommen hatte. Dort war jedoch nicht mal ein Bericht zu diesem Fall verfasst worden. Deshalb schickten sie mich erstmal an ein anderes Polizeirevier! Total sinnlos! Am Mittwoch bin ich dann nochmal hin und dieses mal hatte ich Glück, da eine Einheit der Touristen-Polizei im Haus war, die alle perfekt englisch konnten! Sie haben sich ab diesem Zeitpunkt für mich verantwortlich gefühlt! Da es jedoch der gesamten Polizei in Bogotá an Autos mangelt und ihnen Taxi fahren nicht gestattet ist, musste ich am nächsten Tag um 9:00 Uhr wieder kommen um zur Staatsanwaltschaft zu fahren, da hier laut Datenbank der Rucksack sein müsste.

Am Donnerstag ging es dann zur Staatsanwaltschaft! Der Staatsanwalt war jedoch donnerstags nicht da ! Also am Freitag nochmal hin um 9:00 Uhr und die selbe Prozedur noch einmal! Der Staatsanwalt hat dann die zuständigen Polizisten her beordert, was natürlich auch wieder Stunden gedauert hat! Nun war das gesamte Team zusammen und mein Rucksack konnte gefunden werden!

Es fehlten jedoch meine USB-Sticks und SD Karten auf denen die Bilder der ersten 2,5 Monate lagern!
Also unglaubliche 4 Tage bei Polizei und Staatsanwaltschaft verbracht um einen Rucksack wieder zu bekommen und dann ist er noch nicht mal vollständig!
Am Abend ging es dann – um Abstand von Bogotá zu gewinnen – nach Medellín! 10 Stunden Fahrt mit dem Nachtbus.